VollmondSamstag kam ich aus sylt zurück. Nachdem ich im laufe der durchfahrt durch hamburg ein mystisches, naturalistisches erlebnis hatte ( naturalismus im sinne des il naturalismo, nicht der kunstgattung 19th century) und die gesamte welt insbesondere inklusive der industriellen und also übergeordnet vorherrschenden produktion in meinem herzen umarmt, bejaht, ja: somit überhaupt ersteinmal wahrgenommen hatte, in mich eingeschlossen, begrüsste mich in freiburg, unserer ambivalent besetzten heimatstadt, ein sternenklarer himmel inklusive eines prallen, milchig-weiss das gesamte himmelszelt illuminierenden vollmondes. Das mystische allweltserfahren sollte gemeinhin, traditionsgemäss die sogenannte natur betreffen, umfasst werden etwa die sonne, somit mutter erde im kreislauf der jahreszeiten, bejaht der kosmos, ein irgend schöpferischer, unendlicher liebesreigen, ein wonnebereiten und aufgehobensein auf this here planet, in meinem falle handelte es sich jedoch gänzlich unhippiemässig, ja: fast befremdlicherweise um eben die industrielle produktion. Wenn auch im zusammenhange der sogenannten welt, der weite, einem aufblitzen von menschheitlichem zusammenhang, weltengrösse, weite eben und wunder und welt. Mysterium eben. Weil: unser köpflein ja bekanntlich notorisch präokkupiert ist von des weissen mannes falscher weise, weise zu denken, weise zu fühlen, weise zu leben und zu erfahren. Also nehmt meine mystische erfahrung und seid froh: da ist noch einer, dessen brüstlein gar weitschweifend grosse dinge zu gewahren imstande ist. Ja: da ist ein loch, eine antenne, ein pneuma. Wie man andernorts, andererzeit zu denken und sagen pflegte…
Der vollmond tat mich also empfangen. Auch war alles unheimlich, apokalyptisch und fremd, die welt, wie sie heute ist: ein dunkles gewitter, kälte, unsagbare lebensfeindlichkeit. Auch dies tat ich erfahren, mal wieder geballt. Zum glück war meine überängstliche mutter an meiner seite, so hatte ich keine angst, sondern konnte der starke sein. Schwache zu starken, so könnte man, ganz post-histoire, fordern. Statt pflüge zu schwertern. Meine welterrettungsstrategie wäre allerdings folgende, eigentlich ganz einfache: die kommunen, die städte sagen sich los von weltwirtschaft, nation und staat. Der stadtstaat noch auszuhandelnder kultur- und produktionsweise ergreift, nein: nicht die macht, sondern das ruder, da paddeln wir wollen, paddeln im meer aus glück, sinn und liebe. Die ernten zu preisen, das leben zu preisen, das leben in und mit der ernte, der ernte dessen, was die erde, unser heimat- und also einziger planet, den wir haben, seit jeher im überschwang kredenzt, wenn auch „wir“, also „die“ zu doof sind, adäquat, dankbar und in allem spirituellen sinne damit umzugehen. Also gilt weiterhin: fuck the system and find out your way! Gez.: genosse ulki “mother earth” knullkowski, anwalt des komposts |
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Sa, 04.09.2010 11:12