Tom Liwa & The Flowerpornoes

Wann: Back to Calendar 14. Februar 2016 – 15. Februar 2016 (all-day)

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Eigentlich sollte frau Tom Liwa und die Flowerpornoes nicht ankündigen oder einführen müssen. Sie sind eine Legende. Diejenigen, die das wissen, die wissen das und kommen magnetisch angeströmt. Zur Nachhilfe für Andere, Jüngere etwa, die neueren Sachen nachfolgen, sei etwas ausgeholt. Also. Es gab in den Achtzigern/Neunzigern mal wieder neue Sachen. Eine neue Sache waren die Flowerpornoes (und sind es Wissenden/Empfindenden bis heute geblieben). Damals war so eine Zeit, als mal wieder neue Ufer gesucht wurden, Horizonte erweitert (nachdem womöglich so ein engerer Punk oder sowas überlebt war). Ich „las“ damals die Spex (ich guckte die Bilder an, ich war zwölf), da war sie noch cool und rebellisch, innovativ. Die zeigten, verhandelten und lobten wiederholt eben die Flowerpornoes und feierten sie sogar zu DER tollen liebens- und begehrenswerten Kapelle hierzulande (schlechthin). Allein das Bild schon sprach mich sehr an. Sie sahen so verschlafen aus und gleichzeitig hellwach und aufmerksam, eben irgendwie weird, wie frau heute sagen würde, und einfach herausstechend interessant und sympathisch und aber auch schillernd und fremd, wie es dem Poppe und Rocke gebührt: ich hatte mich verknallt. Später spielten Sie im Münchner Schlachthof, im Vorprogramm die Creeping Candies und nochwas, Animal Crackers. Ich war begeistert. Tom, der Sänger, reckte sich barfuß auf zum Mikrophon und spielte tief die Gitarre und es ergab eine tolle Intensität in seiner Gesamtheit. Wie was von Patti Smith, Toms quecksilbrig-tänzerische und befreite Körperlichkeit, und dann aber wieder ganz anders, soulfuller, melodiöser, es gab eine warme, strahlende Orgel und Neil Young wurde genannt, von den Grundharmonien, dem feeling her: Sie waren aber auch einfach tolle beachtliche Menschen. Frau spürte, Sie würden leben, seien aber sanft und sensibel und Hippies irgendwie, (total, gerade im Vergleich damals, da ja da diese ganzen dunklen schwarzen Herren grassierten und inflationierten, dieses Apokalyptische, männlich Dandyistische) auch wenn sich die popkulturellen allein Assoziationen „postmodern“ brachen und frau also, wie es sein muss: schlicht gebannt und mehr als angetan war. Da waren maßgeblich Frauen beteiligt, (Alex damals noch und Birgit, noch heute, Tom, die Typen, waren quasi-feministische (und also schamanische, damals schon) Knuddels und Goodies, dabei aber keineswegs uncool, sondern eben genau ankommend ausgewogen in Ihren geschlechtskonnotierten Eigenschaftlichkeiten), die Geschlechterteilung und also überhaupt -Beteiligung war ausgewogen matriarchal egalisiert. Der Sound war warm und leidenschaftlich-sanft, was das wütend-Rockistische nicht ausschloss, sondern ideal versöhnte und synthetisierte, kurz: es kribbelte mich gewaltig an. Genau diese Mischung. Ich war Sixties-co-sozialisiert, damals spriesste, gerade in Freiburg, ein entsprechendes Revival, mal Frühsechziger-, mal Spätsechzigermässiger, sprich: längere Haare, wärmere Melodien, Orgel gerne, Psychedelik versus dann etwaiger Politisierung, siehe Beatles. Das war irgendwie in den Pornoes drinnen und gespeichert, wenn auch ergänzt und zu dem amalgamiert, was es war: es wurde als Geburtskunde, Urknall und Ahnherrschaft dessen gehandelt, was später „Hamburger Schule“ genannt wurde, als solche medial gehandelt: neuartige, knackige, sexy Musiken mit deutschsprachigen Texten, die sich, ich würde sagen, international-innovativ neu erfanden damals und formierten auf der ewigen ja schliesslich (spätestens modernen) Suche nach sogenannten neuen Ausdrucksmöglichkeiten. In der Flowerpornoes´ Geschichte und Selbstgenese, Entwicklung schlichtweg, ist dieser Schritt hin zum legendären neuen Sound (Ihr steht bis heute auf Sterne und Tocos) hervorragend zurückverfolgbar und nachvollziehbar. Zunächst sangen Sie englisch und eiferten auch Idolen wie eben Neil Young nach (das war damals weitergehend verbreitet, den SST-Sound etwa zentral assoziierten Cracks wie die Spex immer wieder mit Neil Yound gerne, was ein feeling ist, was mit Melancholie und aber auch gleichzeitigem quasi-rockistischem Rage und Rebellion, Befreiung im „klassischen“ quasi Sinne zu tun hat, denke ich (siehe Rock´n´Roll-Zeitalter)), begannen dann aber, auf neuartige eben Weise „deutsch“ zu singen, was eben, denke ich, eine Übersetzungs- und Kulturleistung so gesehen war und bis heute bleibt, ein Phänomen, ein feeling: dieses „Deutsch“ ist nämlich undeutsch, es generierte sich im Zusammenhang neuer zeitspezifischer synthetisch-quasi-intellektueller oder auch, wie ich im Falle der Flowerpornoes  ahne: eher auch intuitiv-“von selbst kommender“ Überlegungen über „Identität“, Musik(-geschichte), Sprache eben vor allem und was man Neues daraus basteln/machen kann, insbesondere unter dem Einfluss lässt sich schlussfolgern geballter ebenso neuerer Impulse aus Amiland vor allem und Sonstigem, Allem (Hamburg war ja sehr politisch, die Duisburger Flowerpornoes eher anders, persönlicher, bis in die tiefste Intimität, lover- und dreamerhaft, lieblich irgendwie, kurz: fabelhaft, aber insgeheim die Allerpolitischsten am Ende (denn die Welt ist komisch). Die Flowerpornoes begleiteten mich in meinem Leben dauerhaft und beseelten mich, mehr als, bis ich Tom, den Sänger, über meinen in Berlin kennengelernt habenden Freund Florian Glässing, der mit Ihm tourte und eine sehr schöne Platte namens „Lopnor“ aufnahm, aber auch als Solokünstler von Ihm produziert wurde, persönlich kennenlernte, zu einer Zeit, als dieser selbst, seinerseits, vor allem als Solokünstler unterwegs war und wunderbar seherisch-intime Songwriter-Songs spielte und mittlerweile expliziter Heiler und Schamane geworden war. Seitdem reunion-ierten sich die Flowerpornoes später wiederholt, was stets einem interstellaren Großereignis gleichkam, drei tolle Platten aus dieser späteren Zeit gibt es mittlerweile und diese hier neue, die dritte Wiedervereinigungs- und das tolle Band-Alleralchemistische aufleben lassende Neo-Genesis-Wuchtbrummen-Scheibe heisst „Umsonst &Draussen“ (das ist ironisch und doppeldeutig) und ist der bei weitestem Oberhammer, wie ich befinde. Tom war halb wohnungslos gewesen, besann sich seines Schreibenwollens, -müssens, Mitteilens, als quasi-beuysianischer Intensitäts-Quest würde ich fast sagen: denn frischer und sitzend-entschiedener habe ich Sie lange nicht gehört. Es sprüht nur so vor Schönheit und aber auch dunkelnderer dann, teilweise höre ich fast wavige Abstiege raus: Geheimnisfülle und magnetischer Dichte, dichterischer Finesse. Sie haben Grand Hotel van Cleef als Label gewonnen,  diese vielmehr Sie, thematisierten jedoch schon länger, innerhalb kapitalistischer Strukturen sei authentisches, unselbstverräterisches Musikmachen unmöglich: so kam es aber zu einem Kurzschluß der enthusiastischen Sorte: Kunst vor Kommerz, Begeisterung, schlichte Liebhaberei vor Zweifel quasi, und wir halten die coolste Scheiblette aller Zeiten in Händen (dürfte in Flight/sonstigen Läden noch vorrätig sein). Tom schreibt seherisch, verrätselt, dann einfühlsam, einsehbar, luzide, dem Wissenden, Eingeweihten, wunderbar, groß, am Größten in ganz Kaltland, Carl Hegemann, der Volksbühnen-Dramaturg übrigens, hob Ihn in einem Kapitalismus & Depression-Reader als am besten „singen könnenden“ Sänger Kaltlands hervor: am Wärmsten nämlich insbesondere, würde ich sagen, Tom trägt die Wärme als magischer Hero in sich, er lebt(e) sein Leben wie kein Anderer, sucht(e) und sucht(e) und fand vor allem, ein Fragender und dann wiederum zutiefst erfahren Antwortender, ein Chronist und Kommentator der Ihn umgebenden Welt, auf´s Sublimste verwandelte und poetisch substantiellste Songs fabrizierend  wie Andere Liebeserklärungen: er lebte stets mehr als mit Songs: in Songs, ist „ganz Song“ könnte frau sagen: schwingt, ist gestimmt und gibt und gibt: gelebte mehr als Musik: Spiritualität in Ihrer Gesamtheit, was die so dann einfach auch schönsten und tiefsten Lieder ergibt, die es hierzulande zu vernehmen: mehr dann: mitzuleben gibt, da Sie so existentiell Dich ergreifen, das von definitiver Besonderheit und Ausnahmehaftigkeit die Rede sein kann. Die Flowerpornoes dann, seine alte Band, die immer weiter lebte, rocken aber auch einfach sehr megagut und gekonnt ab, let you fly, cry and don´t be shy und genau die durchdrungene Strahlkraft, die tiefe, Toms, aller, plus dann des ganzen Orgel-, Gitarren- und tiefe experiences ermöglichenden Allerhands-Sounds und -Raums, der mega evokativen Traumräume: macht´s, bringt´s und ist es total (der Drummer soll der Beste sein). Toms Stimme ist einzigartig. Und trägt und zeichnet alles doppelt aus. Verschnupft, I am a child und stammt aus einem neuen unbekannten Land, von einem Stamm ab, den es noch zu entziffern gilt. Hört selbst. Anspieltip „Planetenkind“. On Spotify for free. Also kommt unbedingt und auf Jeden, denn da habt Ihr echt mal was davon

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Die Flowerpornoes spielen Rockmusik mit der Erde, samt Liebe, und nicht wider Sie

Sie sind sanft und haben Kanten: sind bannend und phänomenal

Sie sind die Besten im ganzen Land, sind Legende: besser als die Beatles

Substantiellst versprechen Sie dicke Marmelade des dämlichst-herrlichst Treffsichersten,

Nämlich sich in Liebe in den Gestirnen Verlierendsten: sie fliegen und nehmen uns mit

Ich liebe die Flowerpornoes, Sie sind die einzigsten wirklichen Hippies und hierin zutiefst kompliziert und bewiesenermassen des Binnen-, des möglichsten: -Reflektiertesten (in dieser riesigen Irre)
Sie öffnen mir die Liebes- und magische wirkliche Welt wie andere Sardinendosen

Ich mag Sie wirklich sehr, Sie sind Balsam und Labsal und garantiert aus dem All, mindestens lassen Sie uns dieses dezidiert und bestimmt bereisen. Und Sie sind Gegengift zum Dunklen und Bösen, das so frequentiell triumphiert rings: Sie bringen das Licht, die easyness und Liebe, da Sie tief gingen und stiegen und es schieden: die Ligen, die Stimmen, die Wirklichkeiten. Sie strahlen und tragen die Staffel des konzentriert Differenten zum Normalen: Sie extrahierten, entwickelten, Sie besuchten wahrhafte Prozesse: no warhola but alive und sind hierin doch zierlich und geziemlich wunderkundig. Das gesamte Vauban soll kommen. Alle das Warme, Gute noch Wertschätzenden. Alle die Liebe Verfolgenden. Alle eventuellen Agenten des gelungenen Lebens, wenn Backen pulsieren und wir das Beknackte verlassen, den Code knacken und Zimtkekse backen mit Pippi im Garten und jemanden Gefährlichen zum Tee einladen und schaukeln und die Sterne befragen und dann auf Fährten gelangen, wie eventuell das uns Hindernde, inspiriert zu leben, wahrzunehmen und es herzunehmen, zu realisieren: zu hintergehen, auszutricksen sei und wir singen und heiter das Wunder gewahren, das es ist, am Leben zu sein, das ganze unsterbliche rings einen umgebende ewige Eden eventuell zu betreten, statt deren Sterbensbetten, deren lebendigen, deren Empfehlung, stagnativ das Entbehren zu fressen: verhaftet zu bleiben. Wir nehmen dieses Konzert als Impuls, Anlass, Arschtritt: die gesamte Stadt einige Oktaven höher, in Richtung Himmel und Liebe: zu stimmen und frequentieren, zu veranschlagen, magisch sei das Leben, und meinethalben sämtliche Strukturen nochmal zu reformieren, entschieden: nämlich die schiere Fabelhaftigkeit flugs zu installieren rings und frechestens zu veranschlagen und alles Langweilige und uns Unterdrückende zu verlassen, sondern ein Fass zu öffnen, das besagte: phantastisch, phantastisch, phantastisch, das Ganze, das All strahlt und alle lachen und wir levitieren entschieden die Gravitation und beginnen, endlich zu leben, gewiss
Hugh, ich habe gesprochen

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Geöffnet ist ab acht.

Los gehts dann um neun.

 

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